Patienten-Info zur Medikamenteneinnahme
Es gibt mehrere Punkte, die bei der Arzneieinnahme zu beachten sind und wesentlich zum Erfolg der Behandlung beitragen:
- Das homöopathische Mittel nicht mit der Hand berühren.
- Die Aufbewahrung muss entfernt von stark riechenden Substanzen erfolgen.
- Das Mittel darf nicht starker Hitze oder Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.
- Das Mittel langsam im Mund zergehen lassen und nur bei völlig sauberem Mund einnehmen. Auch nicht direkt nach dem Zähneputzen.
- Vor und nach der Einnahme des Mittels 30 Minuten nicht rauchen, essen oder trinken. Die Wirkung der homöopathischen Mittel kann aufgehoben oder erheblich geschwächt werden.
Regelmäßiger Konsum von Kaffee, Zucker, Schwarztee, Cola, Espresso, Cappuccino, Pfefferminz- und Kamillentee ist zu vermeiden. Ebenso Ätherische Öle, Minze, Menthol, Eukalyptus, Teebaumöl, Campher, Tigerbalsam, Einreibungen, Erkältungsbäder, Inhalationen, Hautcremes, Shampoos mit den Wirkstoffen Harnstoff, Schwefel, Teer, Zink weglassen. Auch Kaugummis mit den o.g. Substanzen sind zu meiden. Als Kaffee-Ersatz hat sich Getreidekaffee und Früchtetee bewährt.
Es sollen parallel zur homöopathischen Behandlung keine konventionellen Arzneien wie Nasensprays, Schleimlöser, Hustensäfte oder andere homöopathische Mittel eingenommen werden.
Während einer homöopathischen Behandlung kommt es nicht selten vor, dass sich vor allem bei chronischen Fällen die Beschwerden vorübergehend verstärken.
Alte Symptome, die man seit Jahren nicht mehr gespürt hat, treten für kurze Zeit erneut auf. Das bedeutet, dass diese Symptome nicht ausgeheilt waren. Manchmal laufen die Reaktionen unbemerkt ab, d.h. der Patient verspürt keine Verschlimmerung, was aber nicht heißt, dass das homöopathische Mittel nicht gewirkt hat.
Diese Heilreaktionen sind positiv zu bewerten und zeigen, dass die Lebenskraft gut reagiert hat, die Schwachpunkte im Körper erkannt wurden und der Heilungsprozess in Gang gesetzt worden ist. Nach der Mitteleinnahme kann eine Reaktion schon in 2 Minuten oder erst nach Wochen, manchmal auch nach 2-3 Monaten auftreten. Je nach verabreichtem Mittel, Potenz und Konstitution des Patienten ist der zeitliche Ablauf unterschiedlich.
Die Art der Heilreaktion ist verschieden. Häufig reagiert der Körper mit Hautausschlag, vermehrter Ausscheidung wie Schleim, Durchfall, Nasenbluten, Schwitzen, vaginalem Ausfluss etc. Jede Reaktion wirkt wie ein Ventil und stellt eine Art Selbstreinigung dar. Der Organismus kann sich entlasten, und der Patient fühlt sich anschließend leichter.
Eine Heilreaktion ist nie so schlimm wie die Krankheit selbst. Wenn z.B. eine Mittelohrentzündung durch ein homöopathisches Mittel wieder auftritt, ist der Organismus durch das Mittel bereits gestärkt. Dadurch verläuft die Krankheit nicht so heftig und heilt schneller.
Auch im psychischen Bereich sind Reaktionen zu erwarten. Introvertierte und blockierte Menschen werden vorübergehend emotioneller. Waren sie früher diplomatisch und äußerlich ausgeglichen, verlieren sie nun möglicherweise schneller die Geduld, sind gereizter und auch mal explosiv. Verdrängtes kommt hoch, wird nochmals gelebt, bearbeitet und verarbeitet. Der Patient beginnt sich zu wehren. Mit der an ihn gerichteten Erwartungshaltung kann er besser umgehen und ist weniger gestresst. Wollte er es früher immer allen recht machen und konnte nie nein sagen, wehrt er sich heute für seine Anliegen. Der Patient nimmt seine Gefühle besser wahr, fühlt sich leichter, ausgeglichener und freier.
Gewisse Veränderungen sind unter Umständen für den Patienten schwer zu verstehen. Es braucht etwas Geduld, diese Reaktionen durchzustehen, aber nachher wird sich der Patient leichter und gestärkter fühlen. Ist der Heilungsablauf in Gang gesetzt, so darf dieser nicht gestört werden. Es ist wichtig, Reaktionen nicht mit Medikamenten zu unterdrücken. Allgemein sollten während der Behandlung keine homöopathischen Medikamente ohne Wissen Ihres Homöopathen eingenommen werden. Viele homöopathische Mittel sind untereinander nicht verträglich und können sich gegenseitig in der Wirkung aufheben.