2025-04-03 10:30
Reinhold Thiem • Heilpraktiker
Heilpraktiker für klassische Homöopathie und gesunde Ernährung
Langjährige Praxiserfahrung mit Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern, Säuglingen, Neugeborenen

Arzneien und Potenzierung

Hahnemann entwickelte, zunächst angetrieben durch den Wunsch, die starken Reaktionen auf die Gaben roher Arzneisubstanzen zu verringern, ein eigenes Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln und führte dieses nach jahrelangen Experimenten in die Homöopathie ein.

Die Arzneien werden stufenweise verdünnt und zwischen jedem Verdünnungsschritt verrieben bzw. verschüttelt. Im Gegensatz zu dem weit verbreiteten Irrtum, es handle sich lediglich um eine Verdünnung, kommt der Verreibung bzw. dem Verschütteln eine große Bedeutung zu. Erst dadurch, zusammen mit der Verdünnung, wird die Arzneikraft in vollem Maße erschlossen. Die Verdünnung erfolgt mit den arzneilich neutralen Substanzen Alkohol oder Milchzucker. Bei der ersten Verdünnungsstufe (z. B. im Verhältnis 1:100) wird 1 Teil des Arzneistoffs mit 100 Teilen Milchzucker oder Alkohol verschüttelt bzw. verrieben, das Ergebnis ist die C1. Dann wird im selben Verhältnis weiter verdünnt, wieder verrieben bzw. verschüttelt, so bekommt man die C2 usw… Es wird also nicht einfach nur verdünnt.

Es gibt in der klassischen Homöopathie drei verschiedene Verfahren zur Potenzierung mit je unterschiedlichen Verdünnungsschritten:
D (Dezimal) - Potenzen: Verdünnung 1:10
C (Centisimal) - Potenzen: Verdünnung 1:100
Q oder LM (Quinquagintamillesimal): Verdünnung 1:50.000

Die Potenzierung der Arzneien ist kein unerlässlicher Bestandteil der Homöopathie, d.h. die Methode ist grundsätzlich auch mit unpotenzierten Arzneien wirksam - so wurde in der Anfangszeit der Homöopathie noch ohne die Potenzierung gearbeitet.

Wenn Sie ein "homöopathisches Mittel" (so werden diese Mittel im Allgemeinen genannt, was genau genommen falsch ist) verordnet bekommen, so haben Sie noch keine Gewähr dafür, dass das Mittel auch nach dem Ähnlichkeitsgesetz verordnet wurde. Erst durch die Verschreibung nach diesem Gesetz wird eine Arznei zu einem homöopathischen (= ähnlichen) Mittel für eine Krankheit. Nur wenn die bestehenden Symptome der Krankheit den Symptomen ähnlich sind, die durch diese Arznei bei einem gesunden Menschen hervorgerufen werden können, kann man eine heilende Wirkung erwarten. Die Verordnung eines so genannten "homöopathischen Mittels" allein ist noch lange keine Homöopathie, das sollte man stets bedenken.

Homöopathische Mittel werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Substanzen hergestellt. Mittels spezieller Verfahren werden sie so potenziert, dass sich ihre Wirksamkeit steigert, sie jedoch nicht schädlich sein können. Es wird jeweils nur ein Mittel verabreicht, keine Komplexpräparate, Tabletten, Salben oder Ähnliches.